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Schöne Ferien

Böttcher gab sich modisch-poppig: nur besser war er damit nicht geworden. Sein „Touch“ blieb uns weiterhin erhalten und macht die Veröffentlichung zu einem (Alp-) Traumerlebnis, das sich keiner mit starken Nerven entgehen lassen sollte.

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Erste Sehnsucht

Sarde hatte sich nicht, wie Lai bei „Bilitis“, von der bildlichen und inhaltlichen Einfachheit des Hamilton-Films befangen machen lassen, sondern arbeitete eine seinem eigenen typischen Idiom verhaftet Musik aus –  insbesondere Streicherklang und thematischer Bezogenheit betreffend, wobei vor allem impressionistische Anklänge kaum zu überhören waren. Gekonnt komponiert und durch modulierende Abwechslung und einem zeitweise kammermusikalischen Akzent nie langweilig.

Zeitungsbericht

Arche Noah Prinzip

Ein synthetischer Soundtrack aus deutschen Landen. Nicht die strukturelle Raffinesse und die eingängige Thematik eines Vangelis, doch verlieh Hubert Bartholomae dem Regiedebüt Roland Emmerichs damit wenigstens musikalisch einen gewissen Glanz.

Silkwood

„Silkwood“ kann man wohl als Delerues amerikanischen Einstieg bezeichnen, da er danach in Los Angeles residierte. So kehrte er also 1983, 20 Jahre nachdem er die beiden Protagonisten in Melvilles „Millionen eines Gehetzten“ mit einer Mundharmonika auf ihrer Reise durch die USA begleitete, zu Americana (bzw. seiner Interpretation davon) zurück, wenn er seine – wie immer profilierten -Streicher mit Banjo (zeitweise auch rhythmisch dem Country-Stil verhaftet) verknüpfte. Für Abwechslung sorgten die immer traurig-schönen Largo-Stimmungen und Meryl Streeps Darbietung des Country-Songs „Amazing Grace“, der von Delerue im End Title in einem typisch-amerikanischen Lullaby paraphrasiert wurde. Für Delerue-Kenner war „Silkwood“ ein Leckerbissen, und ist für Sammler nach wie vor eine hörens- und anschaffenswerte Veröffentlichung.

Les Morfalous

Kurz vor oder kurz nach „Silkwood“ fertigte Delerue in Frankreich die Musik zu diesem Belmondo-Film (deutscher Titel: „Die Glorreichen“) an, wobei es sich hörbar um ein Schnellprodukt gehandelt haben muss. Außer einem aufgepeppten, pathetischen pseudo-barocken Hauptthema und grobschlächtiger Spannungsmalerei, verrät nur „Pour Sophie“ etwas von der Fähigkeit des Komponisten, Zeitkolorit (hier Frankreich um 1940) und Melancholie heraufzubeschwören. Schade.

Winds Of War

Wäre Herman Wouks Roman „The Winds Of War” in den 50er Jahren  des letzten Jahrhunderts verfilmt worden, hätten Komponisten wie Friedhofer, Waxman, Newman oder Bernstein dem Film einen Score verpasst. Diese TV-Verfilmung stammt aus den 8oern und der damalige Newcomer Bob Cobert schrieb die Musik, ohne sich allerdings dem Wandel der Zeit oder des Geschmacks anzupassen: Die Veröffentlichung ist mit jeder beliebigen Musik der 50er-Jahre austauschbar. Spricht die Stilpalette, die er uns präsentiert, doch für sich: Nostalgische Themen („Matt And Willy“), Americans („Henry’s Family“ und Neoklassizistisches („Wedding“). Nur in der musikalischen Akzentuierung der Kriegsdramatik tritt er hilflos mit dissonanten Akkorden auf der Stelle. Doch das schwächt das Gesamturteil nur wenig ab.