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Archive for the ‘Kritiken’ Category

Dune-Toto

Dies war wieder einer dieser Fälle, wo die, die Großes beabsichtigen, ins Leere griffen. Hier: Die Rockformation Toto mit ihrem komponierenden Spezi Marty Paich und den mit Notenstift hilfreich beiseite stehenden TV-Komponisten Allyn Ferguson, sowie den Wiener Symphonikern und dem Chor der Staatsoper. Und – es kam kein einziger würdiger Ton aus diesem Klangschwall herüber: eine dicke musikalische Einheitssoße verschlang auch den letzten Rest vom ehrwürdigen Versuch. Das Beste an der Veröffentlichung waren die zwei Rockarrangements. Toto verstand es eben 5 Musiker zu beschäftigen, aber auch 120 für nichts zu bezahlen.

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Philippe Sarde – Garcon!

Was für Jerry Goldsmith „The Great Train Robbery”, für Victor Young “Quiet Man” und für  Nino Rota die Arbeit für Fellini war, war für Sarde „Garcon“. Für den Filmerfolg mit Yves Montand schrieb er eine lebhafte, schwungbeladene, an den frühen Strawinsky und amerikanischen Musicals erinnernde symphonische Musik, die leider nur die Hälfte der Veröffentlichung füllend, glänzend instrumentiert und mit großem Elan vom London Symphony Orchestra gespielt wurde und dem Zuhörer eine wahrhaftigen humorig-musikalischen Rundumschlag offerierte. Da war auch die zweite Hälfte kein Bruch, wenn sie auch willkürlich die Hauptthemen von Sarde-Arbeiten für Claude Sautet zusammenstellt. Eher das Gegenteil, denn sie zeigte Sardes breite Stilpalette, die ihn von allen anderen Franzosen (wie Lai, Legrand und Delerue) unterschied: Sentimentale aber nie zu aufdringliche Themen („Un simple Histoire“), und moderne Rhythmen, die er mit dissonanten Tonfolgen („Mado“), Maestoso-Klängen („Cesar et Rosalie“) oder melancholischen Themen („Un mauvois fils“) verquickte. Ein richtiger Filmmusiker – und so etwas ist in Europa schon sehr rar…

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Schöne Ferien

Böttcher gab sich modisch-poppig: nur besser war er damit nicht geworden. Sein „Touch“ blieb uns weiterhin erhalten und macht die Veröffentlichung zu einem (Alp-) Traumerlebnis, das sich keiner mit starken Nerven entgehen lassen sollte.

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Erste Sehnsucht

Sarde hatte sich nicht, wie Lai bei „Bilitis“, von der bildlichen und inhaltlichen Einfachheit des Hamilton-Films befangen machen lassen, sondern arbeitete eine seinem eigenen typischen Idiom verhaftet Musik aus –  insbesondere Streicherklang und thematischer Bezogenheit betreffend, wobei vor allem impressionistische Anklänge kaum zu überhören waren. Gekonnt komponiert und durch modulierende Abwechslung und einem zeitweise kammermusikalischen Akzent nie langweilig.

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Arche Noah Prinzip

Ein synthetischer Soundtrack aus deutschen Landen. Nicht die strukturelle Raffinesse und die eingängige Thematik eines Vangelis, doch verlieh Hubert Bartholomae dem Regiedebüt Roland Emmerichs damit wenigstens musikalisch einen gewissen Glanz.

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Silkwood

„Silkwood“ kann man wohl als Delerues amerikanischen Einstieg bezeichnen, da er danach in Los Angeles residierte. So kehrte er also 1983, 20 Jahre nachdem er die beiden Protagonisten in Melvilles „Millionen eines Gehetzten“ mit einer Mundharmonika auf ihrer Reise durch die USA begleitete, zu Americana (bzw. seiner Interpretation davon) zurück, wenn er seine – wie immer profilierten -Streicher mit Banjo (zeitweise auch rhythmisch dem Country-Stil verhaftet) verknüpfte. Für Abwechslung sorgten die immer traurig-schönen Largo-Stimmungen und Meryl Streeps Darbietung des Country-Songs „Amazing Grace“, der von Delerue im End Title in einem typisch-amerikanischen Lullaby paraphrasiert wurde. Für Delerue-Kenner war „Silkwood“ ein Leckerbissen, und ist für Sammler nach wie vor eine hörens- und anschaffenswerte Veröffentlichung.

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Les Morfalous

Kurz vor oder kurz nach „Silkwood“ fertigte Delerue in Frankreich die Musik zu diesem Belmondo-Film (deutscher Titel: „Die Glorreichen“) an, wobei es sich hörbar um ein Schnellprodukt gehandelt haben muss. Außer einem aufgepeppten, pathetischen pseudo-barocken Hauptthema und grobschlächtiger Spannungsmalerei, verrät nur „Pour Sophie“ etwas von der Fähigkeit des Komponisten, Zeitkolorit (hier Frankreich um 1940) und Melancholie heraufzubeschwören. Schade.

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