Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for Februar 2008

John Carpenter – Halloween

Carpenter’s Halloween

Tja, die einerseits „legendären“, andererseits leidigen elektronischen Carpenter-Scores.  Halloween: Wo die Musik in den Filmen die Stimmungen und Spannungen manipulierte, ödete sie auf der Soundtrack-Veröffentlichung spätestens nach den ersten zwei Stücken an. Dazu kommt noch das minderwertige kompositorische Niveau (z. B. Ostinatofiguren mit einem 5-Ton-Motiv). Laut Covertext berief sich Carpenter auf ‚Vorbilder‘ wie Morricone oder Herrmann. Wollte er denn die beiden Meister unbedingt beleidigen? Die Musik tat das ja ohnehin…

Read Full Post »

Letzte Tango in Paris

(Ultimo Tango a Parigi/Le dernier tango á Paris)

Italien/Frankreich 1972

Regie: Bernardo Bertolucci

Musik: Gato Barbieri

Darsteller: Marlon Brando, Maria Schneider

Es gibt Filme, die mit großem Werbeaufwand zum Skandal stilisiert werden und solche, die den Skandal schon in sich tragen und todsicher in das Kreuzfeuer der Meinungen geraten. Für den „Letzten Tango“ galt beides. Einerseits der Öffentlichkeit mit allerlei Geheimnistuerei präsentiert, traf er andererseits inhaltlich den Nerv einer Epoche, die durch Unsicherheit und Unzufriedenheit im zwischenmenschlichen Bereich nachhaltig geprägt war. Die Geschichte von Paul und Jeanne, die sich an einem Wintertag in Paris begegnen und eine zwanghafte sexuelle Beziehung aufnehmen, in der sich ihre Kommunikation erschöpft und die nur durch Gewalt beendet werden kann, hat Regisseur Bertolucci – entgegen landläufiger Meinung – mit viel Gespür für Zwischentöne und psychologischer Nuancen inszeniert, weit ab von aller Pornographie, die dem Film vorschnell unterstellt wurde.

Der „Letzte Tango“ ist ein zutiefst pessimistischer Blick auf die Unfähigkeit des modernen Menschen, im anderen mehr zu sehen, als ein Objekt, über das sich beliebig verfügen lässt: eine Thematik, die sich bei den ebenfalls heftig umstrittenen Streifen „Der Nachtportier“ von Cavani oder „Im Reich der Sinne“ von Oshima findet.  Die gefühllose mechanisierte Sexualität findet bei Bertolucci ihre Entsprechung in der Darstellung des öden Tanzwettbewerbs (hierauf bezieht sich der Filmtitel), dessen Teilnehmer die Sinnlichkeit des Tangos zugunsten von standardisierten Bewegungen völlig negieren. Während die Bilder des Films Kälte, Einsamkeit, Verzweiflung, Leere, Aggression und Ekel beschreiben, bewegt sich die Musik Gato Barbieris auf einer zwar adäquaten, aber doch eher melancholischen Ebene. Sein Titeltango, in dem – ungewöhnlich für diesen Tanz – ein Saxophon dominiert, fängt die spröde Winterstimmung der Pariser Straßen ebenso ein wie die depressive Verfassung der beiden Protagonisten. Es gibt zahlreiche Arrangements dieser Melodie, die auf eine „Erotisierung“ abzielen und dabei unberücksichtigt lassen, dass der Film einen ganz anderen Akzent setzt: menschliche Tragik.

Read Full Post »

Twilight Zone The Movie Soundtrack

Keine Frage, mit „Twilight Zone“ hatte Jerry Goldsmith 1983 nicht nur seine künstlerische Flaute überwunden, sondern zugleich auch noch seiner Karriere einen weiteren Höhepunkt hinzugefügt. Gerade mit diesem Score bestätigte er einmal mehr seinen Ruf als vielseitigster Komponist seiner Zeit. Für jede der vier grundverschiedenen und inhaltlich voneinander unabhängigen Episoden des Films schrieb Goldsmith eine stilistisch unterschiedliche Musik, die für die Veröffentlichung zu vier Suiten zusammengestellt wurden. Einzig der Gebrauch des Synthesizers ist ihnen allen gemeinsam, und dem Komponisten gelang es diesmal (anders als noch bei „Under Fire“ aus dem gleichen Jahr) ihn in das Orchester zu integrieren. Den jeweils etwa 10-minütigen Suiten ist eine Ouvertüre vorangestellt, die die wichtigsten Themen des Scores vorführt, es handelt sich dabei um eine locker aneinandergereihte Zusammenstellung.

Die erste Suite, mit dem Titel „Time Out“, ist nur für zwei Klaviere, Celesta, Vibraphon, großes Schlagwerk sowie Synthesizer geschrieben und ähnelt aufgrund der kleinen Besetzung noch am ehesten den Musiken zu der Fernsehserie „Twilight Zone“. Sie begleitet im Film die Geschichte eines zeitgenössischen amerikanischen Rassisten, der sich unversehens selbst von historischen rassistischen Gruppen (wie den Nazis und dem Ku-Klux-Klan) gejagt sieht. Die kompromisslose Musik erinnert sehr an Bartoks „Sonate für zwei Klaviere und Schlagzeug“, die Goldsmith ohne Zweifel als Vorbild diente. Der oftmals brutale Klang wird durch den hier sehr unpersönlich und kalt eingesetzten Synthesizer noch verstärkt, gegen Ende des Stücks bildet er aber auch einen ruhigeren Kontrast zu den aggressiven militanten Rhythmen des ersten Teils.

„Kick The Can“, die zweite Suite, ist ein nostalgisches Stück von lyrischer Einfachheit. Musikalisch wird nachgezeichnet, wie der trübe Alltag einiger Bewohner eines Altersheims von einem älteren Mann aufgehellt wird, indem er die Senioren für eine Nacht in ihre Kindheit zurückversetzt. Hier sorgt der warme Klang des Synthesizers für ein wenig Melancholie, auch wird er als Melodieninstrument eingesetzt. Das sehr melodische Stück wird zwischenzeitlich von impressionistischen Klängen unterbrochen, behält aber stets seinen rührenden, meist von Streichern bestimmten Charakter. Nichts Aufregendes, aber recht hübsch!

Die nächste Suite wird mit einem Disco-Song eingeleitet, der in dieser qualitativ hochwertigen Veröffentlichung deplatziert wirkt. Wie auch immer, zumindest stellte Goldsmith auch damit seine Vielseitigkeit unter Beweis. Der Titel der dritten Suite lautet „It’s A Good Life“, im Film die Geschichte eines Jungen, der aufgrund der Fähigkeit, seine Umwelt beherrschen zu können, als „Monster“ gilt und an Einsamkeit leidet. Goldsmith entwarf hier ein impressionistisches Klanggemälde, das durch den subtil verwandten Synthesizer eine surrealistische Prägung erhielt. Eine feine, überwiegend auf den Kontrast von Holzbläsern und Streichern gestützte Instrumentation unterstreicht diese Stimmung (dass Goldsmith in Arthur Morton einen vorzüglichen Hausorchestrator hatte, konnte man seinerzeit in „Psycho II“ und „Under Fire“ ja nicht bemerken). Im Mittelteil griff Goldsmith dann auf Effekte zurück, wie er sie in „Alien“ bereits erprobt hatte: unidentifizierbare Geräusche nicht-elektronischer Herkunft. Diese Soundeffekte sowie hektisch rhythmische Ausbrüche des Orchesters begleiten die Machtdemonstrationen des Jungen. Gegen Ende wird die Musik wieder von einem beinahe pastoralen Charakter bestimmt, eine der schönsten Passagen der Veröffentlichung.

Einen schroffen Gegensatz zu „It’s A Good Life“ bildet die vierte Suite, die einen „Nightmare At 20,000 Feet“ beschreibt (ein Mann sieht während eines Nachtfluges als Einziger, wie ein Monster die Tragflächen und Triebwerke der Passagiermaschine beschädigt). Das Monster wird von einem schroffen „Dance Macabre“ charakterisiert, der, obwohl eher im spätromantischen Idiom gehalten, ein wenig an Strawinsky erinnert. Die Rohheit dieser Musik findet auch in der groben Instrumentation ihren Ausdruck: überwiegend werden Streicher, Blechbläser und Pauken eingesetzt. Die ganze Suite ist einer Steigerung unterworfen, die das wachsende Entsetzen des Fluggastes beschreibt – immer hysterischer und grobschlächtiger wird die Musik und mündet schließlich in einen sarkastischen Walzer, dessen punktierter Rhythmus das Wesen als Kobold darstellt. In den letzten Takt bricht dann der Main Title der Fernsehserie „Twilight Zone“, komponiert von Marius Constant, hinein, der auch schon zu Beginn der Veröffentlichung zu hören war. Es schließt sich also die Klammer und wir verlassen Goldsmiths „Twilight Zone“.

Read Full Post »

L’ete Meurtrier

Delerues „Mörderischer Sommer“ (so der deutsche Filmtitel) dürfte nur für wenige von Interesse gewesen sein, denn der Komponist bediente sich wieder einmal seiner altbewährten Spannungs-Strickmuster – dicke, düstere Streicherteppiche – und ließ nur wenig Neues einfließen. Einzig das Lied „Troi petites notes de musique“, das von Yves Montand schon fast zärtlich zu Gehör gebracht wurde, vermochte Aufmerksamkeit zu erregen und verriet die schwelgerische Ader des Komponisten, doch glaubt man ansonsten immer, das alles schon einmal wesentlich besser bei ihm gehört zu haben. Fazit: Routine.

Read Full Post »

Waxman-Gallerie

1930
Einbrecher
Kabinett des Dr. Larifari, Das

1948
No Minor Vices
Whiplash
Sorry, Wrong Number
Southern Yankee, A

1931
Mann, der seinen Mörder sucht, Der
Lied vom Leben, Das

1949
Rope Of Sand
Alias Nick Beal
Night Unto Night
Task Force
Johnny Holiday
Night Unto Night
Stratton Story, The
Dark World, A
Quantrell’s Raiders

1932
Paprika
Scampolo, ein Kind der Straße
Mädel vom Montparnasse, Das
Un peu d’amour
Erste Recht des Kindes, Das

1950
Sunset Boulevard
Night And The City
Dark City
Furies, The

1933
Gruß und Kuß – Veronika
First Offence, The
Paprika
Ich und die Kaiserin

1951
Decision Before Dawn
Place In The Sun, A
Red Mountain
He Ran All the Way
Anne Of The Indies
Only The Valiant
Blue Veil, The
Watch The Birdie

1934
Liliom
Only Girl, The
Mauvaise graine
Crise est finie, La

1952
Lure Of The Wilderness
My Cousin Rachel
Phone Call from a Stranger
You For Me
Love Is Better Than Ever

1935
Bride Of Frankensein, The
Remember Last Night?
Magnificent Obsession
Diamond Jim
Affair Of Susan, The
His Night Out
Three Kids And A Queen
East Of Java
Great Impersonation, The

1953
I, the Jury
Man On A Tightrope
Lion Is In The Streets, A
Botany Bay
Come Back, Little Sheba
Stalag 17
Blueprint For Murder
 

1936
Sutter’s Gold
Invisible Ray, The
Fury
Absolute Quiet
Love On The Run
His Brother’s Wife
Next Time We Love
Love Before Breakfast
Don’t Get Personal
Trouble For Two
Dangerous Waters
Devil-Doll, The

1954
Silver Chalice, The
This Is My Love
Rear Window
Demetrius And The Gladiators
Elephant Walk
Prince Valiant
Night In The City
 

1937
Bride Wore Red, The
Emperor’s Candlesticks, The
Personal Property
Captains Courageous
Judge Hardy’s Children
Wings Over Honolulu

1955
Untamed
Mister Roberts
Indian Fighter, The
Virgin Queen, The
Hell’s Island
Miracle In The Rain

1938
Arsène Lupin Returns
Young In Heart, The
Test Pilot
Christmas Carol, A
Too Hot To Handle
Three Comrades
Shining Hour, The
Port Of Seven Seas
Dramatic School
Man-Proof

1956
Crime In The Streets
Back From Eternity
 

1939
Lady Of The Tropics
Bridal Suite
Henry Goes Arizona
Fast And Loose
On Borrowed Time
Adventures of Huckleberry Finn, The
Honolulu
Lucky Night

1957
Love In The Afternoon
Twentieth Century, The
Sayonara
Peyton Place
Spirit Of St. Louis, The

1940
Escape
Strange Cargo
Boom Town
Philadelphia Story, The
Florian
Sporting Blood
Rebecca
I Love You Again
Flight Command
Edison, The Man
One Come Home
You Can’t Cheat An Honest Man

1958
Home Before Dark
Run Silent Run Deep
 

1941
Feminine Touch, The
Design For Scandal
Unfinished Business
Dr. Jekyll And Mr. Hyde
Kathleen
Suspicion
Honky Tonk
Bad Man, The
Flight Command
Philadelphia Story, The
Rio Rita
Badman

1959
Count Your Blessings
Twilight Zone, The
Beloved Infidel
Career
Nun’s Story, The
 

1942
Journey For Margaret
Reunion In France
Woman Of The Year
Her Cardboard Lover
Tortilla Flat
Seven Sweethearts
Three Hearts For Julie
Whistling Dixie

1960
Full Circle
Sunrise At Campobello
Cimarron
Story Of Ruth, The
 

1943
Destination Tokyo
Madame Curie
Edge Of Darkness
Air Force
Old Acquaintance
Kim
To Have And Have Not

1961
Return to Peyton Place
King of the Roaring 20’s – The Story of Arnold Rothstein
Big Bankroll, The
PT 109
 

1944
Mr. Skeffington
In Our Time
Very Thought Of You, The
Janie
Falcon In Mexico

1962
Taras Bulba
My Geisha
Hemingway’s Adventures Of A Young Man
Merrill’s Marauders

1945
Horn Blows at Midnight, The
Objective, Burma!
Hotel Berlin
Pride Of The Marines
God Is My Co-Pilot
Confidential Agent
Paris
Brighton Strangler, The

1963
Fugitive, The
Arrest And Trial
Kraft Suspense Theatre
 

1946
Her Kind Of Man
Mighty McGurk, The

1964
Peyton Place (TV)

1947
Paradine Case, The
Possessed
Two Mrs. Carrolls, The
Cry Wolf
Nora Prentiss
Unsuspected, The
Dark Passage
That Hagen Girl
Humoresque
Bride Goes Wild, The
 

1966
Lost Command

1967
Longest Hundred Miles, The

1968
To Die In Paris

Read Full Post »

Zitat – Franz Waxman

Franz Waxman 2

„Es ist eine traurige Angelegenheit, dass in der westlichen Welt die populäre Musik und das Feld der leichteren Musik gegenüber der sogenannten seriösen Schule einen ganz anderen Weg gegangen sind. Noch vor einem Jahrhundert war dies ganz anders: Es gab einen geschlossenen Kontakt zwischen der Volksmusik und Symphonikern wie Haydn und Mozart, mit ihren Menuetten und Gavotten. Songwriter und ‚seriöse Komponisten‘ gehen heutzutage jeder ihren eigenen Weg – auch berichtet keiner dem anderen. Wir brauchen Leute, die das erkennen und die Musik wieder zu ihrem Ausgangspunkt zurückbringen. Wir brauchen Kritiker, die erkennen können, dass Musik sowohl von sehr hohem künstlerischen Niveau sein kann und doch Millionen erfreut, und dass Musik nicht unbedingt gut ist, wenn sie nur von wenigen verstanden wird.“

Read Full Post »

Franz Waxman

Von Wachsmann zu Waxman

Kochendes Wasser geriet auf seine Netzhaut, als er im Alter von drei Jahren versuchte, einen Ofen zu erklimmen – er warf dabei einen aufgesetzten Topf um. Sein ganzes Leben lang musste er wegen dieser Augenverbrühung starke Brillengläser tragen.

Als er 28 Jahre alt war, wurde er in Berlin auf offener Straße von Faschisten verprügelt.

Zwei traumatische Stationen im Leben eines bedeutenden Komponisten: Franz Wachsmann, der sich später in Amerika Franz Waxman nennen sollte. Die Namensänderung und die darauf folgende Annahme der amerikanischen Staatsbürgerschaft (1939) fiel ihm nicht schwer: Während sein Bruder Max im Ersten Weltkrieg für Deutschland fiel wurde ein anderer Bruder, Fritz, während des Zweiten Weltkrieges in einem Konzentrationslager ermordet.

Wachsmann wurde am Heiligen Abend des Jahres 1906 in Königshütte, Oberschlesien, geboren. Außer Fritz und Max hatte er vier weitere Geschwister. Drei Brüder und eine Schwester – Frieda, die noch lange Zeit in Los Angeles lebte. Mit 12 Jahren begann Franz sich für klassische und populäre Musik zu interessieren. Das Klavierspiel gehörte zu seinen Hobbys. Doch Vater Otto Wachsmann wollte von Musik nichts wissen. Franz musste einen Job am Schalter einer Bank annehmen; nach einem halben Jahr hatte er genug davon. Er widersetzte sich seinem Vater und ging an die Musikakademie in Dresden. Anschließend wechselte er zum Berliner Konservatorium über, wo er Komposition und Dirigieren studierte. Das Geld dazu musste er sich als Klavierspieler in Bars und Cafés verdienen. Friedrich Hollaender war damals Hauskomponist der bekannten Jazzformation „Weintraub Syncopaters“. Hollaender wurde auf Wachsmann aufmerksam und sorgte dafür, dass dieser bei der UFA als Orchestrator und Dirigent eingestellt wurde.

Seine erste eigene Filmmusik schrieb Wachsmann 1933 für den Fritz Lang-Film „Liliom“ – ein choraler Score. Im gleichen Jahr heiratete er Alice P. Schachmann, die er während eines Dänemark-Urlaubs kennengelernt hatte. Inzwischen griff in Deutschland das Nazitum um sich. Für Wachsmann wurde es Zeit, das Land zu verlassen. Er siedelte nach Paris.

Obwohl damals noch nicht abzusehen war,  dass Deutschland Frankreich besetzen würde, verließ Wachsmann bereits 1935 die Grande Nation. Durch den ehemaligen UFA-Mann Erich Pommer gelang es ihm schnell, in den USA Fuß zu fassen. Zunächst bearbeitete er dort das Kern/Hammerstein-Werk „Music In The Air“ für den Film.

Wachsmann fühlte sich alsbald wie ein Amerikaner. Er strebte die Staatsbürgerschaft an, bekam sie 1939, und nannte sich fortan Waxman. Von James Whale bekam Waxman angeboten, die Musik zu „The Bride Of Frankenstein“ zu schreiben. Er nahm den Auftrag an. Die Universal war begeistert: sie engagierte Waxman als Musikdirektor. Seine Aufgabe war es, die Filmproduktion musikalisch zu überwachen. Selbst schrieb Waxman dabei ein Dutzend Scores. Sein Erfolg zahlte sich auch finanziell aus.  1939 konnte er seine Schwester und seine Eltern nach Los Angeles holen. Ein Jahr später wurde sein einziges Kind, sein Sohn John, geboren.

Doch der Job als Musikdirektor lag Franz Waxman nicht. Er wollte lieber selber schreiben und nicht die Arbeit anderer kontrollieren. So wechselte er zu MGM – gleich mit einem 7-Jahresvertrag – und schrieb jährlich ungefähr 8 Filmmusiken. Auch wurde er für andere Filmstudios freigestellt, so 1941 für Alfred Hitchcocks „Suspicion“. Nach seiner MGM-Zeit wechselte er zu Warner Bros., bei denen u. a. die renommierten Komponisten Max Steiner und Erich Wolfgang Korngold unter Vertrag waren. Bereits zahlreiche Filmmusiken hinter sich gründete Waxman 1947 das „Los Angeles Music Festival“, das er aus eigener Tasche finanziell unterstützte. Bei diesem Festival zeigte Waxman seine Liebe zur Klassik.

Für Billy Wilders „Sunset Boulevard“ (1950) erhielt er seinen ersten Oscar. Im Jahre 1951 erhielt er einen weiteren Academy Award für George Stevens „A Place In The Sun“. In dieser Zeit fuhr Waxman jährlich nach Europa, um dort als Gastdirigent aufzutreten. In Amsterdam führte er eine Suite aus „A Place In The Sun“ auf.  Als 1954 Alfred Newmans „The Robe“ nicht für die Sparte „Bester Score“ nominiert wurde, trat Waxman empört aus der Academy aus. Er verehrte diesen Score und vertonte 1955 die Filmfortsetzung von „The Robe“: „Demetrius And The Gladiators“. Seine Musik zu „The Silver Chalice“ wurde 1954 für den Oscar nominiert. Gewählt wurde aber schließlich Dimitri Tiomkins „The High And The Mighty“.

1957 verstarb Waxmans Frau Alice. Ein Jahr später heiratete er die Pianistin Leela Saenger-Sethe – eine Ehe, die 1965 mit Scheidung endete. Für „The Nun’s Story“ wurde Waxman zum elften Mal für den Oscar nominiert. Diesmal überließ er den Preis gerne an Miklos Rozsa, der ihn für „Ben Hur“ verliehen bekam. „The Lost Command“ (1966) war die letzte Kinomusik von Waxman, für das Fernsehen folgte noch „The Last Hundred Miles“. Waxman machte sich viele theoretische Vorstellungen über Filmmusik – er sah sie eindeutig als selbständige Kunstform. Die Verbindung und die Wechselwirkung von Film und Musik beschäftigten ihn sehr: „Die Inspiration der Musik ergibt sich aus der dynamischen Kraft der Geschichte. Werner Jansen tat dies bei „The General At Dawn“ – er vermied chinesische Musik und Instrumentation, um die Stimmung des Dramas nicht zu beeinträchtigen.“ – „Ein doppelter Höhepunkt ist kein guter Höhepunkt. Manchmal erreichen Musik und Film gemeinsam einen Höhepunkt. Aber wenn der Schauspieler mit seinem Dialog einen großen Moment erreicht, würde die Musik alles überschwemmen.“

Am 24. Februar 1967 erlag Franz Waxman einem Krebsleiden.

Read Full Post »

Older Posts »