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Daktari Lorenz, Hermann Kopp & John Boy Walton – Nekromantik/Der Todesking/Nekromantik 2

Nekromantik

„Nekromantik“ ist ein widerliches, dilettantisches Machwerk, das mit Horror im eigentlichen Sinne nichts zu tun hat, sondern selbst Ausdruck übelster Morbidität und Perversität ist. Wer sich an so etwas delektiert, der mag einem Kulturkreis entspringen, der sich auch aus Menschenhaut gefertigte Lampenschirme auf den Nachttisch stellt oder den Kannibalen von Rothenburg verehrt. Ein normaler Mensch jedenfalls schaut sich einen solch abartigen Streifen nur im Dauer-Suchlauf des heimischen Abspielgeräts an, um dann angewidert den Kopf zu schütteln. Was soll man zum Score eines solchen Films noch sagen oder schreiben? Zu einem billigen Machwerk gehört, das wäre jedenfalls folgerichtig, auch ein billiger Synthesizer-Score, der möglichst plakativ daherkommt. Diese Erwartung haben die Komponisten zum Teil erfüllt.

Warum es gleich dreier Personen bedurfte, um diesen einfach gestrickten Score zu verzapfen (den ein Keyboard-Anfänger am PC nachspielen könnte) wird nicht ganz klar. Das Hautthema „Nekromantik“ kommt anfänglich martialisch daher, erreicht dann sogar eine gewisse Melodik und ein gewisses kompositorisches Niveau. Es folgen Tonsequenzen (Soundeffekte und Stimmen) aus dem Film, wohl um das dünne Süppchen noch weiter zu verwässern und die Veröffentlichung halbwegs zu füllen. Beim Titel  „Pas De Deux“ zeigt einer der Protagonisten, dass er wenigstens Tasteninstrumente passabel beherrscht.

Desweiteren wird dilettiert (z. B. indem Synthesizerklänge und Soundeffekte ungeschickt vermischt werden) und das Hauptthema – der einzige gescheite Einfall des Scores – weiter ausgeschlachtet. Richtig ekelhaft ist es, dass Dialoge in die Veröffentlichung einfließen: Wie oft soll man sich anhören, dass ein Mann seine Frau wirklich liebt, dass sie aber „unten rum“ beim Verkehr zu bluten anfängt und er ihr deshalb den Kopf abtrennt? Damit kommen wir wieder zur obigen Vermutung was die Zielgruppe betrifft. Offensichtlich „traditionsreicher“ deutscher Horror.

8. März 2008 - Verfasst von filmmusik | Kritiken | , , , , | 2 Kommentare

2 Kommentare »

  1. Also, wer sich dazu erdreistet, Filmkritiken zu schreiben, der sollte auch zumindest in der Lage sein, sich auf einen Film zu konzentrieren, und nicht mehrere verschiedene Werke zu vermischen. „Nekromantik“ ist der eine Streifen – der Film, in dem der Mann seiner Frau den Kopf abtrennt, ist ein anderer – „Der Todesking“.

    Desweiteren kann man wohl in diesem Fall nur sagen: Subjektive Zugeknöpftheit und erzkonservatives Weltbild paßt nicht mit „Nekromantik“ zusammen. Leute, die bei diesem Film von einem Horrorstreifen reden, haben A) keine Ahnung von Horror und wohl noch nie einen Horrorfilm gesehen, und B) ein Kunstverständnis, das nichtmal über Pixibücher hinausreicht. Jemand, der keine Offenheit für andersartige Dinge an den Tag legt, sollte sich nicht mit dem Innenleben von Filmen beschäftigen, sondern allenfalls mit dem von Toiletten.

    Sowohl „Nekromantik“, als auch „Der Todesking“ sind Kunstfilme, in denen sensible Themen behandelt werden (Nekrophilie/Selbstmord), die der oberflächlichen Gesellschaft Magenschmerzen bereiten, und von denen am liebsten keiner was wissen will. Aber das ist halt das Problem von den Leuten: Man verschließt einfach die Augen und hofft, daß es nicht mehr existent ist, nur weil man es nicht mehr sieht.

    Statt dem Einfallsreichtum und dem Mut der Macher den nötigen Respekt entgegenzubringen, mit einem nicht-existenten Budget ein solches Werk auf die Beine gestellt zu haben, wird hier auf oberflächlichem Käse herumgeritten, ins kleinste Details zerpflückt und zerrissen, was man selber mit seiner ethischen Sichtweise nicht vereinbaren kann.

    Wer es nicht schafft, seine eigenen Leichen bei objektiven Kritiken im Keller zu lassen, und stattdessen Filmkonsumenten noch moralische Idiokratie unterstellt, sollte keine Kritiken schreiben, sondern Meßdiener werden.

    Kommentar von Tawlw00t | 27. Juli 2009 | Antworten

  2. Wer eine Soundtrack-Kritik liest, werter „Tawlw00t“, sollte auch in der Lage sein, diese nicht mit einer Filmkritik zu verwechseln. Auch wenn hier kurz auf das Machwerk „Nekromantik“ eingegangen wird, so geht es um die Veröffentlichung „Nekromantik/Der Todesking/Nekromantik 2″, und der Monolog bezüglich „abgetrennter Kopf“ befindet sich nun einmal auf dieser CD. Ich vermische also gar nichts, sondern Dir mangelt es am notwendigen Leseverständnis.
    Was den Rest Deines, offensichtlich in hysterischer Aufregung geschriebenen Kommentars angeht, so bestätigt er mir, dass Leute, die sich für das Thema „Sex mit verwesten Leichen“ interessieren, dringend psychologische Betreuung benötigen. Bei Dir kommt noch eine kräftige Portion krankhafter Aggressivität und ausgemachter Dummheit hinzu.

    Kommentar von Filmmusik Weblog | 21. August 2009 | Antworten


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