Daktari Lorenz, Hermann Kopp & John Boy Walton – Nekromantik/Der Todesking/Nekromantik 2

„Nekromantik“ ist ein widerliches, dilettantisches Machwerk, das mit Horror im eigentlichen Sinne nichts zu tun hat, sondern selbst Ausdruck übelster Morbidität und Perversität ist. Wer sich an so etwas delektiert, der mag einem Kulturkreis entspringen, der sich auch aus Menschenhaut gefertigte Lampenschirme auf den Nachttisch stellt oder den Kannibalen von Rothenburg verehrt. Ein normaler Mensch jedenfalls schaut sich einen solch abartigen Streifen nur im Dauer-Suchlauf des heimischen Abspielgeräts an, um dann angewidert den Kopf zu schütteln. Was soll man zum Score eines solchen Films noch sagen oder schreiben? Zu einem billigen Machwerk gehört, das wäre jedenfalls folgerichtig, auch ein billiger Synthesizer-Score, der möglichst plakativ daherkommt. Diese Erwartung haben die Komponisten zum Teil erfüllt.
Warum es gleich dreier Personen bedurfte, um diesen einfach gestrickten Score zu verzapfen (den ein Keyboard-Anfänger am PC nachspielen könnte) wird nicht ganz klar. Das Hautthema „Nekromantik“ kommt anfänglich martialisch daher, erreicht dann sogar eine gewisse Melodik und ein gewisses kompositorisches Niveau. Es folgen Tonsequenzen (Soundeffekte und Stimmen) aus dem Film, wohl um das dünne Süppchen noch weiter zu verwässern und die Veröffentlichung halbwegs zu füllen. Beim Titel „Pas De Deux“ zeigt einer der Protagonisten, dass er wenigstens Tasteninstrumente passabel beherrscht.
Desweiteren wird dilettiert (z. B. indem Synthesizerklänge und Soundeffekte ungeschickt vermischt werden) und das Hauptthema – der einzige gescheite Einfall des Scores – weiter ausgeschlachtet. Richtig ekelhaft ist es, dass Dialoge in die Veröffentlichung einfließen: Wie oft soll man sich anhören, dass ein Mann seine Frau wirklich liebt, dass sie aber „unten rum“ beim Verkehr zu bluten anfängt und er ihr deshalb den Kopf abtrennt? Damit kommen wir wieder zur obigen Vermutung was die Zielgruppe betrifft. Offensichtlich „traditionsreicher“ deutscher Horror.
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