Ennio Morricone – Copkiller, Der Maulwurf, Der Außenseiter, Der Rammbock
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Morricone ist zweifellos einer der besten Filmkomponisten, die wir haben. Doch als er in den 80ern durchschnittlich 30 Filme pro Jahr vertonte, grenzte seine Tätigkeit an Fließbandarbeit. Die vier hier besprochenen Titel zeugen davon, wie durchschnittlich ein Meister werden kann: die „Copkiller“-Musik, in seinem typisch dissonanten Stil, ist hierfür ein ideales Beispiel. Morricone setzt gerne (und zeitweise ganz hervorragend) Instrumente sehr differenziert ein, aber beim „Copkiller“ verflacht diese Vorliebe zu einem rein atmosphärischen Klangmuster. In der „Rammbock“-Musik wird es dann noch schlimmer, weil er seine ‚Todesmelodie‘ so lustlos variiert, als wolle er seine Zuhörer mit Gewalt vertreiben. Zum Abschluss dieser Qual offeriert er allerdings wieder ein Glanzstück seines Könnens: „Un Orchestra un po pazza“ ist in seinem stechenden Rhythmus und offenen Harmonien (sowie 12-Ton Anklängen) zweifellos der beste Titel der hier besprochenen Veröffentlichungen. „Der Maulwurf“, für eine erstaunlich kleine Musikerbesetzung komponiert, ist dann wieder biederer Durchschnitt. Schon wesentlich besser ist schließlich die moll-schwadige, pop-orientierte Partitur zu „Der Außenseiter“, die sich von ihrem Vorläufer, „Der Profi“, vor allem in einem geschickteren Arrangement unterscheidet. Die Musik stellt keinen Anspruch auf eine dramatisch-spezifische Aussage, sondern besteht zumeist aus Variationen über das Hauptthema. Lustig wurde es allerdings dann, wenn Morricone sich selber zitierte: „Hypertension I“ ist ein Variationssatz über das „Profi“-Thema. Aber zwei gute (bis hervorragende) Einzeltitel wiegen nicht vier schlechte Soundtrack-Veröffentlichungen auf. Nach dieser Rechnung gäbe es übrigens statistisch bei insgesamt 24 Veröffentlichungen nur einen guten Morricone-Soundtrack. So unrealistisch ist das nicht.
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