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Pop-Soundtrack – Ticket für zwei

Ticket für zwei

Bei Soundtrack-Fans in der Regel äußerst unbeliebt: Filme, die aus kommerziellen Gründen, oder warum auch immer, mit Popsongs zugekleistert werden. Manch ein Film bedarf in der Tat keiner eigens komponierten, dramaturgisch richtigen Filmmusik, man denke da z. B. an die Endlosklamotte „Eis am Stil“, wo ein ordentlicher Score unfreiwillig komisch gewirkt hätte.

„Ticket für zwei“ („Planes, Trains And Automobiles“, 1987) spielt da schon in einer ganz anderen Liga, dennoch benötigte auch dieser Streifen keinen eigens komponierten Score, was an der (angenehm) chaotischen  Handlung und den stets wechselnden Situationen liegt, in denen die Protagonisten agieren. Eine Musik, die dem Film einen geschlossenen Rahmen gegeben hätte, wäre vermutlich unpassend gewesen.

Und dass die verwendeten Songs – von wenigen Ausnahmen abgesehen – allesamt zu dem Streifen passen, liegt daran, dass Regisseur John Hughes sie nicht einfach irgendwo auf die Handlung gepappt hat, sondern beim Einbringen der verschiedenen Lieder äußerst bewusst vorgegangen ist. Zu erwähnen ist zudem, dass bestimmte Passagen in besonderen Variationen vorlagen und Tonspuren ohne Gesang genutzt werden konnten.

Ein besonders schönes Beispiel für gelungenen Musikeinsatz ist jene Szene, in der Filmfigur Del Griffith, genial dargestellt vom unvergessenen John Candy, sich im Hotelzimmer auf herzergreifende Weise gegen den von Steve Martin verkörperte Charakter Neal Page verteidigt („Meine Kunden mögen mich, meine Frau mag mich, und ich mag mich auch…“). Die gefühlsbetonte, ja, sentimentale Einleitung aus dem Song „Power To Believe“ von The Dream Academy dürfte dem einen oder anderen Zuschauer die Tränen in die Augen getrieben haben.

Neal Pages herrlicher Wutanfall auf dem Flughafenparkplatz erhält, untermalt mit der Musik „I Can Take Anything“ von E.T.A., eine extrem komische, balletartige Note; den düsteren Synthesizer-Klängen der Gruppe Yello  („Lost Again“) wird im Film mehrmals eine Art Jokerfunktion zuteil – z. B. als Neal Page seinen Reisegefährten Del Griffith im Hotelzimmer irrtümlicherweise für homosexuell hält; das Lied „Modigliani (Lost In Your Eyes)“ (Book Of Love) gibt der letzten Reiseetappe der beiden Helden den notwendigen Schwung und Optimismus. Und zwar auf ganz ideale Weise.

Fazit: Pop-Soundtracks können nicht nur im dramaturgischen Sinne passend sein, sondern vermögen auch als Veröffentlichung zu gefallen. Hierbei ist noch zu erwähnen, dass der Song „Everytime You Go Away“ (im Film von einer Sängerin interpretiert, im Original von Paul Young gesungen) auf der CD nicht zu finden ist.

3. März 2008 - Verfasst von filmmusik | Kritiken | , , | No Comments Yet

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