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John Williams – Indiana Jones And The Temple Of Doom

Indiana Jones 2

John Williams hatte sich 1984 sozusagen zwei Mal Gold verdient: zum einen für seine Leistung im Rahmen der Feierlichkeiten der Olympischen Spiele in Los Angeles, zum anderen für seine Filmmusik zu der damals neuesten Spielberg/Lucas-Produktion „Indiana Jones And The Temple Of Doom“. Man könnte diese Musik als Williams‘ musikalische Visitenkarte bezeichnen, da hier in knapp 40 Minuten all das demonstriert wird, was man aus anderen Scores  an Glanzstücken von ihm kennt. Da gibt es kraftvolle, mitreißende, rhythmisch prägnante Flucht- und Kampfsequenzen, fröhlich kecke Intermezzi, exotisch Angehauchtes (u. a. sparsame Verwendung des asiatischen Folkloreinstruments Sitah), nicht zu vergessen, das – allerdings nur selten erklingende – sanfte Love-Theme; ja, auch von Tragik überschattete Partien sind in dieser farbenfrohen Filmmusik zu hören. All das wird eingeleitet mit einer effektvollen Bearbeitung eines Liedes von Cole Porter: „Anything Goes“.

Der Song, wie auch die gesamte Filmmusik, sind von solch brillanter Instrumentation (ausgeführt von Herbert W. Spencer, John Williams‘ damaligen Stammorchestrator), wie sie selbst für Williams nicht unbedingt selbstverständlich ist, und so, dass sogar das eher spröde Indiana-Jones-Marschthema frischer erscheint, als es ist. Thematisch stellt er dem aus dem „Jäger des verlorenen Schatzes“ übernommenen Indy-Marsch ein keckes Thema für Indiana Jones kleinen Begleiter „Short Round“, ein exotisch anmutendes Thema zur Seite – meist assoziiert mit dem Kindersklaven- und eben dem Liebesthema. Für die ungefähr 80% des Films einnehmenden Actionszenen entwirft Williams geradezu halsbrecherische Orchesterscherzi, die in den unwahrscheinlichsten Sequenzen (so z. B. in der Irrfahrt in der Bergwerk-Lore) auch hier und da einen komödiantischen Touch erhalten. Zu bedauern ist, dass die Musik im Film nicht so zuvorkommend behandelt wird, wie im Vorgänger „Raiders Of The Lost Ark“. Speziell die Flucht- und Kampfszenen leiden eben doch unter den Geräuschen und Toneffekten, die dem Regisseur offenbar wichtiger waren. Nichtsdestoweniger hatte Williams mit „Indiana Jones And The Temple Of Doom“ bis 1984 seine ununterbrochene Serie bester Filmkompositionen fortgesetzt.

8. Februar 2008 - Verfasst von filmmusik | Kritiken, Williams | , , | No Comments Yet

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